Parkinsonsche Gesetze: Über Kaffee statt über KI reden
Schon einmal gefragt, warum die Mitglieder des Vorstands so ungern über die digitale Transformation reden, aber dafür umso lieber über das Buffett auf der Weihnachtsfeier? Oder in diesem Jahr darüber, ob die wegen Corona eingesparten Kosten für das Buffett an die Mitarbeiter ausgezahlt werden?
Der Verwaltungsforscher Cyril Northcote Parkinson hat schon vor Jahrzehnten festgestellt, dass Entscheidungsgremien länger über Trivialitäten reden, als über komplexe Sachverhalte. Je weniger finanzielle Auswirkungen ein Thema hat, desto länger dauert die Diskussion darüber. Im Original 10 mal länger über Kaffee statt über den Bau eines Atomreaktors. In meinem beruflichen Umfeld über die Anzahl von Croissants auf einer Firmenveranstaltung statt über das Potential von Data-driven-Consulting.
Das hat vor allem den Grund, dass die Manager*innen Inkompetenz in komplexen Sachfragen verdecken wollen. Weil Sie zu komplexen Themen nichts beitragen können, kommentieren Sie die einfachen Sachverhalte. Da in einem „normalen“ Entscheidungsgremium viele fachfremde Manager*innen sitzen und einfach von der Sache keine Ahnung haben. Nun kommt zu den unwichtigen Themen sogar eine lebhafte Diskussion in Gang.
Stellt jemand das eigene Geschäftsmodell unter Einwirkung von künstlicher Intelligenz oder sogar Artificial Intelligence in Frage*? Selten. Stellt jemand die Farbe eines Buttons auf der Landingpage für ein neues Geschäftsmodell in Frage? Oh jaaaa.
*kleiner Spaß
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